Über die Glaubwürdigkeit von Experten
30. September 2009 | Von md | Kategorie: Politik und Medien zum Waffenbesitz
Im Rahmen der öffentlichen Diskussion rund um das Waffenrecht werden der Öffentlichkeit immer wieder “sogenannte” Experten vorgestellt. Diese äußern sich dann mehr oder weniger lautstark in den verschiedensten Medien zu den einzelnen Punkten.
Dass es sich bei diesen Experten nicht unbedingt um solche handelt, ist in den seltensten Fällen (durch Otto Normalbürger) zu erkennen. Glücklicherweise machten uns DIE GRÜNEN einen solchen Experten vorstellig. Offensichtlich hatten DIE GRÜNEN den Innenausschuß mit dem Kultur und Medienausschuß verwechselt, denn sie luden Herrn Roman Grafe (einen Autoren der von Waffen und Waffenrecht keinerlei Ahnung hat, aber die Seite www.sportmordwaffen.de betreibt) in die öffentliche Anhörung des Innenausschusses am 15.06.2009. Sein Beitrag -hier klicken- verursachte nicht nur (für jeden sichtbar) ein Stirnerunzeln beim Vorsitzenden (Sebastian Edathy), Herr Grafe wurde auch gebeten sich zu mässigen, da er dem Deutschen Bundestag unterstellte, er würde das Morden erleichtern (Siehe Seite 13 des Wortprotokolls) und Mitglieder des Innenausschusses des Deutschen Bundestages seien “Lobbyistenvertreter (Siehe Seite 51 / 52 des Wortprotokolls)
Dann gibt es eine Gruppe von Experten, die sich zwar Experten nennen dürfen, aber in der Sache keine objektive und neutrale Position vertreten. Dies ist sicherlich erlaubt, wenn sie sich als Interessenvertreter einer Gruppe outen. In vielen Fällen treten sie jedoch als Experten auf und betreiben dann aber (still und heimlich) Lobbyarbeit für die eine oder andere Gruppierung. Eine gezielte Täuschung der Öffentlichkeit.
In den Diskussionen um das Waffenrecht gibt es nun auch diese Fälle der versteckten Lobbyarbeit über Experten. Ich darf dies in einem Satz ausdrücken:
Auch wo Frau Prof. Dr. Britta Bannenberg oder der Bund Deutscher Kriminalbeamter draufsteht, steckt tatsächlich das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden drin.
Frau Prof. Dr. Britta Bannenberg wurde vom Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden in die öffentliche Anhörung des Innenausschusses geladen. Dies steht auch so in der Winnender Zeitung vom 17.06.2009: Das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden hat Bannenberg als Sachverständige vorgeschlagen, weil sie in der Expertenkommission der badenwürttembergischen Landesregierung zu Konsequenzen aus dem Amoklauf in Winnenden mitwirkt. Korrekt dagegen wäre gewesen: Das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden hat Bannenberg als Sachverständige vorgeschlagen, weil sie am besten als Expertin die Interessen des Aktionsbündnisses vertreten kann. Ihre Stellungnahme im Innenausschuß findet sich übrigens ebenfalls hinter dem oben aufgeführten Link.
Noch eindeutiger ist aber die Lobbyarbeit des BDK für das Aktionsbündnis. Nicht nur, dass sich auf deren Homepage ein direkter Link zum Aktionsbündnis befindet, mit der Bitte, die Unterschriftenliste zu unterschreiben. Viel gravierender ist, dass der Vorsitzende des BDK, Herr Klaus Jansen, auf der Seite www.sportmordwaffen.de namentlich aufgeführt wird, so dass ich ihn persönlich sowohl als einen Unterstützer der Petition, als auch als einen Unterstützer der Sportmordwaffen-Seite ansehen kann. Nur von diesem Beziehungsgeflecht weiß Otto Normalverbraucher abends vor dem Fernseher nichts.
Gerne dürfen solche Experten ihre Meinung in den Medien äußern. Es sollte dann aber für alle Zusehenden und Lesenden ersichtlich sein, dass sie parteiisch sind und keinesfalls neutral und objektiv ihre Expertenmeinung zu Protokoll geben.
So war der BDK zuletzt bei ZDF Reporter vom 23.07.2009 im Chatraum gesehen. Der gesamte Fernsehbericht trug eindeutig die Handschrift des Aktionsbündnisses. Es wäre durchaus möglich gewesen, einen “neutralen” Experten in den Chatraum zu berufen. Indes möchte ich Herrn Carstensen vom BDK (aber auch Frau Prof. Dr. Bannenberg) keinesfalls den Expertenstatus aberkennen, aber der BDK ist nun einmal eindeutig parteiisch und darf dann eben nicht als Experte auftreten, sondern muss dann eben stattdessen als Interessenvertreter in die öffentliche Wahrnehmung gelangen.
Auch in der Kirchentagung zum Thema “Winnenden” in der evangelischen Akademie in Bad Boll (28.9. bis 30.9.) kommen Frau Prof. Dr. Britta Bannenberg sowie der BDK zu Wort. Der Durchschnittszuhörer wird kaum die Parteilichkeit erkennen können und die “Expertenmeinung” dann für bare Münze nehmen. Es sei denn, die Zuhörer werden vorher aufgeklärt.
Die Verlautbarungen der einzelnen “Experten” aus der 100. Anhörung des Deutschen Bundestages finden sich unter diesem Link.
Wurden nicht schon vor 76 Jahren den “Unwissenden” Weisheiten dargeboten, die in Verbrechen endeten…..